Geschrieben am 03.02.2010 | 12:28 pm

MTV Blog Interview Band Of Skulls: Willkommen im Mainstream

Die Newcomer Band Of Skulls forschen lieber im Unbestimmten, als etwas Bestimmtes zu finden und legen sich mit ihrem Debütalbum “Baby Darling Doll Face Honey” zu keinem Zeitpunkt fest: Alles kann, nichts muss und wenn dann noch die Presse mitspielt, ist der erste Hype des jungen Jahrzehnts greifbar nah.

“Es geht definitiv in eine andere Richtung”, bestätigt Band Of Skulls-Sängerin Emma Richardson, “wir sind nicht länger drei unbedarfte Freizeitmusiker, die einfach ihr Ding machen – es geht um mehr.” Genauer: Um das erste offizielle Album “Baby Darling Doll Face Honey”, welches das Trio nach langen Aufnahme-Sessions im vergangenen Herbst endlich im Kasten hat und dafür sorgen soll, dass wir den Namen Band Of Skulls so schnell nicht vergessen. Was bislang hervorragend klappt, obwohl wischen Hype und Wirklichkeit liegen Welten.

Der Grund: Die vielen Lobhudeleien für ihr Erstlingswerk gilt es nun zu bestätigen und gerade weil die Band Of Skulls erst vor zwei Jahren das Licht der Welt erblickten, ist der ganze Medienrummel für die Kapelle spürbar surreal – zumindest für Chefvorsteherin Emma Richardson: “Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich mit deutschen, französischen oder italienischen Journalisten über meine Musik sprechen würde, ein müdes Lächeln hätte als Antwort gedient. Daher rasen die Tage und Stunden gerade an mir vorbei und genre würde ich mal Luft holen.”

Aber der Reihe nach. Im Jahre 2008 lernten sich drei englische Youngster im beschaulichen Southampton über Nacht kennen und fassten genauso schnell den Entschluss eine gemeinsame Band zu gründen. Kurze Zeit später hallt das Echo ihrer ersten Rocksongentwürfe in die Hallen des britischen Musikmagazins NME und was die Indiegemeinde weiß: Dort einmal angekommen, dauert es nicht lange, bis die Hype-Maschine auf Hochtouren läuft. “Killer tunes! A catchy combo of filthy riffs & Kills-esque boy/girl vocals”, attestierte man dem Trio und kurze Zeit später schwebten die Band Of Skulls durch jeden noch so kleinen Musik-Blog dieser Welt.

“Fast 18 Monate benötigten wir für die Fertigstellung von ‘Baby Darling Doll Face Honey’ und plötzlich ging alles so schnell: Menschen in Australien oder Asien diskutierten über unsere Songs und besuchten Konzerte.” Erst kürzlich sei eine chinesische Austauschstudentin nach einem Londoner Gig auf Emma zugekommen und habe gemeint, dass nicht nur sie, sondern auch all ihre Freunde inzwischen Fan der Band Of Skulls sind. Strahlend gesteht Emma: “Ich meine: China, das ist für mich unvorstellbar, dass da Leute unsere Platte hören!”

Zusammen mit den Kollegen Russel Mardsen (Gitarre, Gesang) und Matt Hayward (Drums) gelang ihr ein Karrierestart nach Maß. Jedoch nicht ganz ohne negativem Beigeschmack: Auf ihrer letzten Clubtour soll es laut Meldungen zu  Ermüdungserscheinungen gekommen sein. Ebenfalls negativ fiel bei den Anhängern der Band Of Skulls die Teilnahme am aktuellen Twilight-Soundtrack “New Moon” ins Gewicht – obwohl die Riege derer, in die sich das Trio damit einreiht, hochkarätig ist: Muse, The Killers, Thom Yorke oder die Editors ließen sich nicht zweimal Bitten.

“Jeder sollte nur einmal miterleben, was auf den Premieren des zweiten Teils los war. Da rasteten Teenager aus als ginge es um ihr Leben – wenn diese Kids durch einen Kinofilm auf Rockmusik aufmerksam gemacht werden, halte ich das für eine gute Sache.“ Deswegen gingen die Band Of Skulls mit auf Promotour als Robert Pattinson & Co. weltweit die Werbetrommel rührten: Auf der Premierenparty des Films feierte “Baby Darling Doll Face Honey” auf diese Weise selbst Premiere – vor Hörern, die sonst kaum den Garagenrock der Band wahrgenommen hätten.

Und was sie hörten beeindruckt inzwischen auch den deutschen Musikbetrieb: Zwischen klassischen 60’s Rock Marke The Who, experimentierfreudiger Psychedelic und stellenweise lupenreinen Indiepop legen sich die Band Of Skulls niemals fest – dafür sei später noch Zeit, bekräftigt Emma und betont zugleich, dass die Platte bewusst verschiedene Facetten der Band widerspiegelt: “Beim ersten Album darf man noch machen, worauf man Bock hat.”


Und wenn das Ganze dann noch so tight eingespielt und arrangiert ist, wie “Baby Darling Doll Face Honey”, fällt der Compilation-Charakter des Longplayers nicht weiter ins Gewicht. Das nennt man wohl “maximales Nutzen der Ressourcen” und davon kann dieses Trio ein Lied singen.

Aktuelles Album: Band Of Skulls “Baby Darling Doll Face Honey” (You Are Here/ADA Global/Warner)

>> Alles Infos zu den Band Of Skulls findet ihr hier!

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