Geschrieben am 19.06.2009 | 4:38 pm

Konzert-Check: Faith No More in Berlin, Reunion-Tourauftakt, 16. Juni 2009

Mike Patton

Anfang des Jahres 2009 verkündeten sie ihre Reunion. Die Vorreiter des Crossover – neben den Red Hot Chili PeppersFaith No More gehen nach elf Jahren wieder auf Tour – juchhu! Ob nun aus Geldgründen oder nur, damit Mike Patton Bands seines Labels (Ipecac Records) als Vorbands verpflichten kann, mir ja total egal. Ich hab sie damals verpasst und mir geschworen, falls sie sich jemals wieder zusammentun und auf Tour gehen, bin ich dabei.

Also, am Dienstag in der – spärlich besuchten – Wuhlheide war es soweit. Pünktlich um 21 Uhr betraten Mike Patton und die anderen “alten Männer” in pastellfarbenen Anzügen die Bühne, der Frontmann in lachsfarben, gestützt auf einen Krückstock. Der war allerdings nicht nur ein Gag, Patton humpelte das ganze Konzert über, was ihn aber vom über die Bühne Hüpfen nicht abhielt. Opener: der 70er Jahre Schmalz-Pop-Hit: “Reunited (and it feels so good)”

Und dann haben sie alle ihre Hits gespielt. “Midlife Crisis”, “Epic” , “We Care A Lot”, “Kindergarten”, “Easy”, “Be Aggressive”, alles, was wir Mitt-Dreißiger hören wollten. Und mit den Buh-Rufen beim Lady Gaga-Cover “Pokerface” war zu rechnen. Das kurz angespielte “Carneval in Rio” von Heino wurde ihnen weniger übel genommen.

Das Publikum, kaum jemand unter 30 Jahren, aber auch Ex-Popstars-Castingbandmitglieder (Patrick von NuPagadi) oder richtige Promis wie Teile der Beatsteaks, war dankbar. Obwohl der gesamte Oberrang nicht besetzt war, kochte die Wuhlheide und wir waren alle glücklich, dabei sein zu dürfen. Denn sie haben es noch drauf. Vor allem Mike Patton! Der Mann, der in dem Endzeit-Horrorfilm “I Am Legend” den Monstern seine Stimme geliehen hat, hat mich bei “I Started A Joke” mit seinem Gesang fast zu Tränen gerührt!

Nach 1,5 Stunden verließen sie die Bühne, ohne einen neuen Song gespielt zu haben, was aber völlig in Ordnung war. Feiern ließen sie sich noch lang, dreimal kamen sie für insgesamt fünf Songs zurück, alte Schule halt. Fazit: Faith No More still rocks! Die Glücklichen, die sie noch bei ihren Festival-Gigs in Europa sehen dürfen!

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